Zen

Die Übung des Zen soll zum ‚Erwachen’ führen. Was ist damit gemeint?

  • Ein klarer wacher Geist, der sich jederzeit allem bewusst ist, was geschieht, sowohl in deinem Inneren, als auch „um dich herum“.
  • Ein heiteres mitfühlendes Gewahrsein: Du bist von allem Glück und allem Unglück um dich herum berührt, leidest jedoch nicht darunter. Du nimmst es an, wie es ist, stellst dir nur die Fragen „Was ist gerade los?“ und „Wie gehe ich damit um?“.
  • Du bist nicht mehr von morgens bis abends um dich selbst bekümmert, und in gleichem Maß wächst dein Mitgefühl für andere.
  • Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jedes Wort, jede Handlung ist mit der Erkenntnis verbunden, dass
    • dein Erleben ein sich ständig wandelnder Prozess ist, es gibt nichts Bleibendes, nichts fest zu halten,
    • du selbst die Ursachen dafür gelegt hast, wie du jeden Tag erlebst, und du es ändern kannst,
    • du nicht wirklich weißt, was wahr und was falsch ist, du offen bist für jede andere Weltanschauung und jedes Konzept, das die Welt erklären will, solange es zu mehr Offenheit, Freiheit und Glück führt – eben zum Erwachen.

Erwachen und Erleuchtung sind für uns keine plötzlichen mystischen Erlebnisse, die – wie häufig berichtet – dich spontan selbstlos und weise ‚machen’, sondern es ist der Weg, den du mit der Zen-Übung einschlägst und mit dem Weisheit und Erkenntnis wachsen.
Der Buddha hat gelehrt, dass unsere Unzufriedenheit daraus entsteht, dass wir Angenehmes unbedingt haben wollen (‚Gier’), Unangenehmes vermeiden wollen (‚Hass’) und unzutreffende Vorstellungen davon haben, wie die Welt und wie wir selbst funktionieren (‚Verblendung’). Es geht um die Fragen: Was macht dich wirklich offener, freier, und in der Tiefe deines Daseins glücklicher und was macht dich eng, verhaftet und letztendlich unglücklich?

Die Zen-Übung bietet nicht nur angenehme und stille Meditation, sondern konfrontiert dich auch bewusst mit Situationen und Erlebnissen, die du im Alltag vermeiden würdest, wenn sie Schmerzen bereiten, Zorn oder Ärger provozieren, dich verletzen usw. Die Zen-Übung und der Kontakt mit der Lehrerin oder dem Lehrer sollen dir dazu verhelfen, Unvermeidliches gelassen zu ertragen im Vertrauen darauf, dass alles, wirklich alles nur geschieht, dir auf dem Weg zur Freiheit zu helfen.

Du hast jederzeit die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, was du zulassen willst und was nicht – letztlich auch zu gehen.

Wenn ich die Umstände ändern kann, ändere ich die Umstände
Wenn ich die Umstände nicht ändern kann, ändere ich mich